Über Geburt

Die Geburt in ihrer Essenz

Wissen ermöglicht informierte Entscheidungen. Wissen bringt dir Klarheit und Sicherheit und ermöglicht dir deine Geburt selbstbestimmt zu gestalten.

Inhaltsverzeichnis
Bild von Katharina Beer

Katharina Beer

Seit vielen Jahren forscht Katharina danach, was Frauen wirklich brauchen, damit die Geburt sicher, entspannt und kraftvoll auf natürliche Weise geschehen kann.

Ihre Erkenntnisse sind nicht nur theoretisch, sondern tief persönlich geprägt: Nach drei belastenden Kaiserschnitt-Geburten und dem Glauben gebärunfähig zu sein erlebte sie durch eine innere Neuausrichtung eine selbstbestimmte, spontane vaginale Zwillingsgeburt.

Die Geburt - ein Risiko?

In unserer heutigen Zeit wird Geburt weitgehendst missverstanden. Was ein ganz natürlicher Teil des Lebens ist, ist zu einem Risiko für Frau und Kind gemacht worden.

Jede werdende Mutter wünschst sich nichts mehr, als eine „schöne“ Geburt. Aber ist das überhaupt möglich? Oder müssen wir Frauen uns unserem Schicksal von Qual und Schmerz hingeben, während wir um unser Leben bangen. Ist eine Geburt wirklich eine Gefahr für uns?

(Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/02/PD23_N009_231.html)

Obwohl wir uns aktuell auf einem medizinischen- und technischen Hoch befinden, steigen die Interventions- und Kaiserschnittraten (2025 teils bis zu über 40%; während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Rate von max.10 bis 15% als sinnvoll sieht).

Die meisten Schwangeren bereiten sich sehr gut vor, werden regelmäßig Untersucht und „überwacht“ – und dennoch erleben so viele von ihnen „unschöne“ Geburten – Geburten, die gerade so „O.K.“ waren. Geburten, die ein Gefühl von Trauer, Verzweiflung, Versagen, Wut oder Taubheit hinterlassen. Warum ist das so? Und wie kannst du genau das vermeiden?

Herzlich lade ich dich zu einer kurzen Bewusstwerdungsreise ein. Lass uns gemeinsam in weniger als fünf Minuten erkunden, was wirklich hinter dem Mythos „Geburt gleich Gefahr“ steckt. Und, was du brauchst, um eine Geburt selbstbestimmt und bestärkend zu erleben.

Die Programmierung deiner Geburtsblaupause

Ganz ehrlich: welche Gedanken kommen dir, wenn du an Geburt denkst? Wahrscheinlich tauchen bei dir, wie bei so vielen Erstgebärenden, ganz spontan Bilder und Wörter auf, die in Richtung: Schmerz. Wehen. Untersuchung. Gefahr. Krankenhaus. Hilflosigkeit. Geburtsverletzung. oder Ähnliches gehen.

Das ist kein Wunder. Und auch kein Zufall.

Was du mit Geburt verbindest, ist reine Konditionierung – und deine eigene Geburtsprägung. Wir alle sind in einer Kultur aufgewachsen, die die Geburt wie einen medizinischen Notfall behandelt, der streng überwacht und kontrolliert werden muss.

Bestimmt hast du schon mehrere Filmszenen gesehen, in denen Frauen hilflos auf einem Krankenbett liegen, rundum eine Mannschaft aus Ärzten und Hebammen, die die Frau anweisen, fester zu pressen.

Auch schon in Bilderbüchern für Kleinkinder wird illustriert, dass eine Geburt scheinbar eine Krankheit sein muss, denn Mama muss schnell ins Krankenhaus.

Hinzu kommen all die vielen negativen Geburtsgeschichten.

Von Natur aus sind wir Menschen darauf ausgelegt, uns unbewusst auf das Negative zu konzentrieren, um Gefahren zu erkennen und abzusprechen. Und eine Geburt scheint etwas sehr Gefährliches zu sein.

Aber, ist das wirklich so? Hat Mutter Natur einen Prozess, der für das Überleben unserer Spezies wichtig ist, für uns Frauen als kompliziert, schwierig und schmerzhaft geplant?

Die Hebamme Ina May Gaskin beschreibt klar, wo wir gerade stehen:

„Unsere Kultur lehrt Frauen, Geburt sei etwas, das man überstehen muss, nicht etwas, das man kann.“ 

Geburt in der Tierwelt

Aus unserer Biologie heraus sind wir immer noch ein Säugetier. Erkennbar wird dies durch unseren Wortgebrauch, wenn wir von „Säuglingen“ sprechen.

Und, jedes Säugetier bringt seine Jungen auf demselben Weg zur Welt. Der einzige Unterschied zwischen uns und der Tierwelt ist:

Säugetiere besuchen keine Vorbereitungskurse, machen keine Atemübungen, proben keine Geburtspositionen und versuchen nicht, sich selbst zu hypnotisieren.

Tiere ziehen sich unter der Geburt auf eine ganz instinktive Weise zurück, suchen Dunkelheit, Sicherheit und Stille.

Vor vielen Jahren habe ich auf einer Farm gelebt. Damals konnte ich aus erster Hand erleben, wie behutsam und respektvoll die Farmer mit den trächtigen Tieren umgehen. Es gab keine Voruntersuchungen. Unter der Geburt wurde das Tier in Frieden gelassen, damit es sich ungestört und ganz entspannt auf den Prozess einlassen kann. Jeder Farmer weiß – grelles Licht, laute Geräusche und hektische Bewegungen stören die Geburt und führen zu Komplikationen (Odent, 2003).

Wie sehen Bilder von Geburt in unserer Menschenwelt aus?

Die Geburt in unserer Geschichte

Wandern wir zurück in der menschlichen Geschichte, so können wir feststellen, dass es eine Zeit gab – die noch gar nicht allzu lange her ist – in der die Geburt als etwas zutiefst Kraftvolles, ja mancherorts sogar Heiliges angesehen wurde. Die Frau selbst war die Expertin der Geburt. Und, die Geburt und alles, was damit zu tun hatte, war reine Frauen-Sache.

Für viele Mädchen war es normal, bei der Geburt ihrer Geschwister dabei zu sein. Für die meisten Frauen war es ganz normal, ihre Kinder zuhause auf die Welt zu bringen – und das oftmals ganz alleine.

Ich habe mehrere Frauen der älteren Generation interviewt, die mir erzählten, wie sie ihre Kinder im Wohnzimmer, mit der Unterstützung ihres Mannes, zur Welt gebracht hatten. Manchmal war eine Hebamme gekommen. Bei einigen hatte Stunden nach der Geburt der Arzt vielleicht einmal kurz vorbeigeschaut. Es gab noch keine Ultraschalluntersuchungen, keine CTGs, keine Überwachungen und keine Kontrollen. Es war auch nicht üblich, zu einem Geburtsvorbereitungskurs zu gehen, um das „richtige“ Atmen zu lernen. Jedoch war es üblich, dass besonders Erstgebärende von bereits erfahrenen Müttern oder Hebammen (dies waren auch ausschließlich Frauen, die selbst mehrfach geboren hatten und somit einen eigenen Erfahrungsschatz mitbrachten) begleiten ließen.

Im 19. Jahrhundert, mit der Industrialisierung und dem einhergehenden medizinischen Fortschritt, änderte sich dies. Hebammen unterliegen nun den (männlichen) Ärzten. Nach und nach nimmt die kontinuierliche Überwachung während der Schwangerschaft zu. Seit 1968 gibt es den Mutterpass (in der BRD) – ein Produkt einer risikoorientierten Geburtskultur (Duden, 1991). Die Geburt im Krankenhaus wird zum „sichersten“ Normal für alle Frauen – egal, ob kerngesund oder tatsächlich im Risikobereich – während die Hausgeburt und vor allem die Alleingeburt zum Risiko erklärt werden. Die Geburt folgt von da an striktem Krankenhaus-Protokoll; Gebärende werden in Rückenlage gebracht (obwohl bekannt, die ungünstigste Geburtsposition!) und teils sogar festgeschnallt – aus Kontrollgründen.

Wo einst die Geburt Frauensache war, eventuell begleitet von einer erfahrenen Mutter oder Hebamme, wird sie nun pflichtmäßig in erster Linie von Ärzten betreut (Foucault, 1973; Schievenhövel & Sich, 1986). 

An dieser Stelle lade ich dich auf ein kleines Experiment ein; solltest du darauf keine Lust haben, spring zum nächsten Abschnitt.

Stell dir vor, du hast bereits mehrere Geburten erlebt – hast deine Mutter beobachtet bei der Geburt deiner Geschwister, hast deine beste Freundin bei der Geburt begleitet. Jede dieser Erfahrungen verlief friedlich, kraftvoll, manchmal laut, aber schön und aus eigener Kraft heraus, in einem geborgenen Umfeld. Was glaubst du, wie du jetzt über Geburt denken würdest? 

Die Essenz der Geburt

Um auch nur ansatzweise verstehen zu können, was getan werden muss, um eine „schöne“ Geburt erleben zu können, musst du die Geburt in ihrer Essenz verstehen.
Sie ist ein zutiefst intimer, sexueller Akt der Hingabe. Dasselbe Gewebe, dieselben Muskeln und hormonellen Abläufe, die während dem Sex aktiv sind, werden auch während der Geburt aktiviert – und wie auch die sexuelle Lust beginnt die Geburt im Kopf. Eine Frau kann nur dann in ihre volle Geburtskraft finden, wenn sie sich sicher, ungestört und emotional gehalten fühlt: Oxytocin, das Liebes- und Geburtshormon, fließt, wenn Intimität möglich ist (Pascali-Bonaro & Davis, 2010).

Der Geburtsprozess, wenn ungestört, läuft automatisch ab – gesteuert über das Säugetierhirn (MacLean, 1990). Der Bewusstseinszustand der Gebärenden verändert sich – ihr Wachbewusstsein tritt in den Hintergrund. Der sogenannte Fetus Ejection Reflex – die spontane Austreibungsphase – verläuft nur dann reibungslos, wenn der Neokortex, also unser „denkender“ Gehirnteil, weitgehend inaktiv ist. Jede Form von Störung hält den Neokortex aktiv und bremst den Geburtsverlauf (Odent, 2003).

Anspannung und negative Erwartung verstärken erwiesenermaßen die Schmerzverarbeitung im Gehirn, während Sicherheit und Hingabe jene Hirnareale beruhigen, die Schmerz und Widerstand fördern (Schmerzbericht, 2024).

Eine Geburt folgt keiner Anleitung, keinen Techniken, keinem Plan und keiner Kontrolle von außen. 
Sie ist ein instinktiver, animalischer Vorgang, der rational nicht gesteuert werden kann. Dieser „automatische“ Vorgang ist jeder Frau angeboren. Die Geburt kann sogar zu einer „ekstatischen Erfahrung“ werden, wenn keine Blockaden vorliegen und du dich dem Prozess voll und ganz hingibst (Davis & Pascali-Bonaro, 2010). 

Hier eine weitere Reflexionsfrage für dich: 

Wie leicht fällt es dir, dich fallen zu lassen, dich hinzugeben und zu genießen?

Die Rolle deines Nervensystems während der Geburt

Um weiter zu verstehen, wie Geburt funktioniert, gucken wir uns das menschliche Nervensystem näher an.
Das Nervensystem ist das Kommunikationsnetz deines Leibes. Es leitet Reize aus der Umgebung und aus den Zellen an das Gehirn weiter, das sie einordnet und über das autonome Nervensystem Signale zurücksendet. Diese Signale beeinflussen Hormone, Atmung, Schmerzempfinden und Muskelspannung – und damit den gesamten Geburtsverlauf (Saab, 2011).

Studien zeigen: Angst, Anspannung und negative Erwartungen aktivieren die Amygdala und verstärken die Schmerzverarbeitung – selbst bei leichten Reizen. In diesem Alarmzustand übernimmt der Sympathikus: Adrenalin steigt – auch beim ungeborenen Kind – der Muskeltonus erhöht sich, und die Öffnung des Muttermundes wird erschwert.

Sicherheit wirkt entgegengesetzt. Sie beruhigt jene Hirnregionen, die Schmerz und Alarm verstärken, und aktiviert den Parasympathikus – jener Zweig, der Oxytocinfluss, Entspannung, die Öffnung des Muttermundes und kraftvolle Geburtwellen ermöglicht. Dadurch kann die Geburt leicht und natürlich fließen (Schmerzbericht, 2024).

An dieser Stelle eine einfache, aber entscheidende Frage, die du dir unbedingt beantworten solltest:

Eine wichtige Rolle spielt nicht nur der Geburts-Raum, sondern vor allem auch unser Kopf: weil deine inneren Bilder, Prägungen, die Wahrnehmung deines Umfeldes und deine Erwartungen bestimmen, wie dein Gehirn Reize bewertet – und damit, ob dein Leib in Ruhe gebären kann, oder eben nicht. Und genau hier musst du als erstes ansetzen, damit du eine „schöne“ Geburt erleben kannst.

Welchen Raum brauche ich, um mich sicher und geborgen und innerlich ruhig zu fühlen?

Eine wichtige Rolle spielt nicht nur der Geburts-Raum, sondern vor allem auch unser Kopf: weil deine inneren Bilder, Prägungen, die Wahrnehmung deines Umfeldes und deine Erwartungen bestimmen, wie dein Gehirn Reize bewertet – und damit, ob dein Leib in Ruhe gebären kann, oder eben nicht. Und genau hier musst du als erstes ansetzen, damit du eine „schöne“ Geburt erleben kannst.

Die Geburt beginnt im Kopf

Wenn du eine schöne, selbstbestimmte Geburt erleben willst, beginnt alles an einem Ort, den die meisten Frauen bei ihrer Geburtsvorbereitung gar nicht in Betracht ziehen: im Kopf.

Deine innere Ausrichtung bezüglich der Geburt und allen daran grenzenden Themen ist ausschlaggebend. Diese Ausrichtung ergibt sich aus deiner Prägung, deinen Erfahrungen und deinen Überzeugungsmustern. Diese Ausrichtung kannst du gezielt trainieren bzw. um-trainieren. Mentales Training ist in vielen Bereichen wie dem Spitzensport gang und gäbe – überall dort, wo Höchstleistungen gefordert werden. Und genau das braucht auch die Geburt: nicht leibliche Kraft oder Techniken, sondern innere Klarheit und ein Nervensystem, das auf Entspannung statt auf Alarm ausgerichtet ist.

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, sich zu verändern. Die Neurowissenschaft nennt das Neuroplastizität: Dein Gehirn reagiert auf innere Bilder, Überzeugungen, Wiederholung und bewussten Fokus, indem es neue Verbindungen formt und bestehende stärkt. Dadurch kannst du beeinflussen, wie dein Nervensystem unter der Geburt Reize bewertet und somit, wie du die Geburt erlebst (Dispenza, 2013; Lipton, 2005).

Eine selbstbestimmte Geburt beginnt bei deinem Glauben und deiner Überzeugung.

Welchen Unterschied unsere innere Haltung macht, zeigt sich an Beispielen, in denen Menschen ein und dieselbe Situation komplett unterschiedlich erleben. Unter der Geburt kommen alle unbewussten Prägungen, Erwartungen und Glaubensmuster an die Oberfläche. So erlebt eine Frau die Geburt ihres Kindes, auch wenn es Komplikationen gibt, als kraftvoll und bestärkend. Während eine andere Frau die Geburt als traumatische Erfahrung erlebt, obwohl diese kurz und scheinbar unproblematisch verlief (Grundlagen sichere Geburtshilfe, 2024).

Die Geburt ist der Ausdruck deiner inneren Ausrichtung.

Zweifel, Ängste und Sorgen (z.B. vor Schmerz oder Komplikationen) deuten immer darauf hin, dass die innere Ausrichtung gestärkt und geschärft werden muss. Welche Gedanken nimmst du wahr, wenn du an die Geburt deines Kindes denkst?

Eine selbstbestimmte, von Sicherheit und Liebe geprägte Geburt bringt viele Vorteile für dich und dein Kind

Eine Geburt ist kein isoliertes Ereignis. Sie wirkt weit über den Moment hinaus. Wie eine Frau gebiert, beeinflusst, wie sie sich selbst erlebt: als kraftvoll und kompetent – oder als ausgeliefert und übergangen. Diese Erfahrung wirkt sich auf Psyche und Gesundheit aus.

Prägung der Mutter

Studien zeigen, dass Frauen, die ihre Geburt als selbstbestimmt, sicher und respektvoll erleben, signifikant seltener Komplikationen oder Geburtsverletzungen erfahren, seltener unter postpartalen Depressionen, Angststörungen oder Geburtstraumata leiden (Beck, 2004; Nilsson et al., 2013). Eine positive Geburtserfahrung stärkt das Vertrauen der Frau in ihren Leib und ihre weibliche Kompetenz – ein Vertrauen, das sich unmittelbar auf das Wochenbett, das Stillen, die Bindung und das gesamte Muttersein auswirkt.

Umgekehrt kann eine als überwältigend, fremdbestimmt oder bedrohlich erlebte Geburt das Nervensystem nachhaltig in Alarm halten. Symptome wie emotionale Taubheit, Überforderung, Schlafstörungen oder keine „Mutter-Gefühle“ zu haben, sind keine Seltenheit (Ayers et al., 2016). Wichtig dabei: Nicht medizinische Komplikationen an sich sind entscheidend, sondern wie die Frau diese erlebt und emotional verarbeitet.

Auswirkungen auf das Kind

Auch für das Kind ist die Geburt ein prägendes Ereignis. Der Übergang vom Mutterleib in die Außen-Welt ist die erste große Anpassungsleistung des Nervensystems. Forschungen aus der Perinatalpsychologie zeigen, dass ein ruhiger, hormonell ungestörter Geburtsverlauf die Regulation des kindlichen Stresssystems unterstützt (Schore, 2015).

Ein hoher Adrenalinspiegel während der Geburt beeinflusst nachweislich die Stressregulation des Neugeborenen. Kinder zeigen dann häufiger Anpassungsschwierigkeiten, erhöhte Unruhe oder Probleme im Schlaf-Wach-Rhythmus (Klaus & Kennell, 2001). Sogar noch im Erwachsenenalter kann sich ein traumatisch abgespeichertes Geburtserleben in unterschiedlichen Ängsten äußern, die auf den ersten Blick nicht mit der Geburt in Verbindung gebracht werden würden.


Im Gegensatz dazu fördern Geburten, bei denen Oxytocin und Endorphine natürlich fließen können, eine stabile Selbstregulation, ein ruhigeres Ankommen und eine tiefere frühe Bindung zwischen Mutter und Kind.

Wochenbett, Bindung und Entwicklung

Das Wochenbett ist eine sensible Integrationsphase. Frauen, die ihre Geburt als kraftvoll erlebt haben, berichten häufiger von einem Gefühl innerer Ruhe, Verbundenheit und Präsenz. Oxytocin – das während einer ungestörten Geburt reichlich ausgeschüttet wird – unterstützt nicht nur die Rückbildung und das Stillen, sondern auch die emotionale Bindung und das mütterliche Selbstvertrauen (Uvnas-Moberg, 2015).

Eine positive Geburt wirkt hier wie ein tragendes Fundament. Sie erleichtert das Einfinden in die neue Mutter-Rolle, stärkt die Feinfühligkeit der Mutter und unterstützt die emotionale Entwicklung des Kindes. Langzeitstudien zeigen Zusammenhänge zwischen sicherer früher Bindung, emotionaler Stabilität und späterer psychischer Gesundheit, sowie einem gesunden Beziehungsverhalten (Bowlby, 1988; Schore, 2015).

Die Geburt als Wendepunkt im Leben einer Frau

Viele Frauen berichten rückblickend, dass ihre Geburtserfahrung ein innerer Wendepunkt war. Eine selbstbestimmte Geburt hinterlässt ein tiefes Gefühl von Stärke, Würde und Wachstum. Sie prägt dein Leben nachhaltig – in deinen Beziehungen, deiner Selbstwahrnehmung und deiner Art, Entscheidungen zu treffen.

Eine „schöne“ Geburt ist kein Luxus und kein romantisches Ideal. Sie ist eine gesundheitsrelevante, prägende Erfahrung für dich und Kind. Und genau deshalb sollte alles dafür getan werden, den inneren Raum zu schaffen, durch den eine bestärkende Geburt möglich wird.

Dein Anfang

Eine „schöne“ Geburt beginnt in dir. Nicht die Planungen im Außen, sondern deine innere Vorbereitung ist ausschlaggebend dafür, wie die Geburt deines Kindes verlaufen und wie du dich dabei fühlen wirst.

Es liegt in deiner Hand, deinem Kind einen Start in das Leben zu schenken, der von Liebe und Sicherheit geprägt ist. Eigentlich ist eine Geburt „einfach“, wenn deine innere Ausrichtung stimmt und du das nötige Geburtswissen hast, um informierte Entscheidungen (in jeder Situation, die kommen mag) treffen zu können. Wenn du dein Geburtswissen vertiefen und deine innere Ausrichtung stärken möchtest, lade ich dich herzlich dazu ein, regelmäßigen Impulsen dazu zu folgen.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner