Warum Menschen seltener selbst entscheiden, als sie glauben
Und woran sich selbstbestimmtes Entscheiden zeigt.
Von Katharina Beer, Entscheidungsarchitektin ·
Ein Angebot kommt, und zuerst werden drei Meinungen eingeholt. Eine Studie sagt dies, ein Experte das, die Mehrheit macht es so, und die Norm verlangt jenes.
Das GrundproblemAm Ende fällt die Entscheidung, und es bleibt offen, wessen sie war.
Meine Beobachtung: Menschen entscheiden selten wirklich selbst. Sich bewusst Zeit zu nehmen und sich mit sich auseinanderzusetzen kostet Kraft und fällt schwer. Wer ein Leben lang auf dieselbe Weise entschieden hat, erkennt hinderliche Muster kaum.
Der größte Irrtum
Der größte Irrtum liegt im Glauben, andere wüssten es besser. Experten, Studien, die Masse und Normen geben Orientierung, und doch gilt nichts davon zu hundert Prozent für alle. Nichts davon ist für jeden Menschen richtig.
Die KernaussageDie besten Entscheidungen für einen Menschen kann nur er selbst treffen.
Alles andere sind Impulse, Angebote und Möglichkeiten, und die Entscheidung bleibt beim Einzelnen.
Woran sich selbstbestimmtes Entscheiden zeigt
Es zeigt sich im Leben: an der Qualität der Beziehungen, daran, wie glücklich ein Mensch ist, und daran, wie klar er in seinen Zielen ist. Wo Reibungspunkte entstehen, liegt der Raum für Entwicklung.