Jedes Ja ist ein Nein zu etwas anderem
Was hinter dem Neinsagen steckt.
Von Katharina Beer, Entscheidungsarchitektin ·
Wer ja sagt, sagt zugleich nein. Zu einer Einladung, zu einem Auftrag, zu einem Abend, zu einem Plan.
Die KernaussageEine Entscheidung für etwas ist immer auch eine Entscheidung gegen etwas anderes.
Das GrundproblemVielen Menschen fällt das Nein schwer, weil sie es als Ablehnung eines anderen Menschen erleben.
Wer eine Einladung ausschlägt, weil er den Abend mit seiner Familie verbringen will, sagt aber vor allem ja: ja zur Familie.
Das Nein braucht ein Ja
Wer nicht weiß, wofür er ja sagt, kann schwer nein sagen. Ein Nein braucht ein Ja, das es trägt: die eigene Haltung, das, was einem Menschen wesentlich ist.
Grenzen ergeben sich deshalb aus der Entscheidungsgrundlage. Wo ein Mensch festgelegt hat, wohin er will und welche Bedingungen dafür gelten, entstehen die Grenzen fast von selbst.
Meine Haltung
Ein Nein darf klar und freundlich sein. Ein Nein braucht keine Begründung, die den anderen überzeugt. Ein Mensch, der seine Grenzen kennt, spart Energie und wird für andere verlässlicher.