Katharina Beer Passungsgespräch EN
Meine Haltung zu: Gefühl

Warum Kopf oder Herz keine Alternative ist

Wie Entscheidungen wirklich entstehen.

Von , Entscheidungsarchitektin ·

„Entscheide nach deinem Gefühl.“ Dieser Rat begegnet Menschen überall, im Gespräch unter Freunden, in Ratgebern, in Podcasts. Fast nie kommt eine Begründung mit, und was genau gemeint ist, bleibt offen.

Das Grundproblem

Entschieden wird jedoch nie nur nach Gefühl.

An jeder Entscheidung hängt das ganze System eines Menschen: sein Leib, seine Gedanken, seine Erfahrungen und die Umstände, in denen er gerade steht.

Kopf und Herz gehören zusammen

Zur Frage, wie Entscheidungen entstehen, gibt es viele Studien, und doch weiß kein Mensch genau, wie es geschieht. Ein Mensch weiß nicht einmal, woher ein konkreter Impuls kommt. Mal spürt er den Impuls im Leib, mal taucht der Impuls als Gedanke im Kopf auf. Beides gehört zu ihm, und beides gehört zusammen. Die Trennung in Kopf und Herz ist deshalb obsolet.

In meinem Leben und in meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Je mehr ein Mensch bei sich selbst ist, desto besser nimmt er seine Impulse wahr und ordnet sie ein. Bei sich zu sein heißt, keine Rolle zu spielen und niemand sein zu wollen, der er nicht ist.

Warum Gefühle schlechte Wegweiser sind

Ein Gefühl ist ein kurzer Impuls aus dem Moment. Emotionen sind häufig an unbewusste Muster gekoppelt, die noch gelöst werden wollen. Eine Entscheidung, die aus diesen Emotionen entsteht, folgt dem Muster. Für wichtige Entscheidungen taugt der Moment, in dem die Emotionen sprechen, deshalb nicht.

Was zum Einordnen gehört

Die Kernaussage

Kopf und Herz gehören zusammen, und wichtige Entscheidungen brauchen einen Maßstab, an dem sich Impulse einordnen lassen.

Fehlt der Maßstab, fehlt der Bezugspunkt. Darum entsteht in meiner Arbeit zuerst die Entscheidungsgrundlage. Danach wird entschieden, und zwar mit allem, was einen Menschen ausmacht.