Wenn Paare zu Gegnern werden
Warum Veränderung in jeder Beziehung beim eigenen Anteil beginnt.
Von Katharina Beer, Entscheidungsarchitektin ·
Er sagt etwas, sie hört einen Vorwurf, und binnen Minuten ist aus dem Gespräch ein Kampf geworden.
Das GrundproblemViele Paare verhalten sich wie Feinde, obwohl sie ursprünglich aus Liebe zusammengekommen sind.
Meist richtet sich der Blick dann auf die Fehler des anderen. Mehr bewegt ein Blick, der so objektiv wie möglich beobachtet und daraus Schlüsse zieht, und ein Handeln, das aus dem Wunsch kommt, Lösungen zu finden und Wachstum zu fördern, auch das Wachstum zueinander.
Der eigene Anteil
Die KernaussageBewegung entsteht, sobald jemand den eigenen Anteil erkennt.
Der Mensch sieht, was das Geschehen mit ihm zu tun hat und wie er dazu beigetragen hat. So verlassen Menschen die Opferrolle, in die sich viele unbewusst begeben, und gewinnen ihren Handlungsspielraum zurück.
Worte tragen Bedeutungen
Worte erhalten ihre Bedeutung von dem, der sie benutzt, und sie sehen von Mensch zu Mensch verschieden aus. Was Liebe oder Nähe heißt, kann für zwei Partner etwas ganz Verschiedenes sein. Es lohnt sich, die eigene Bedeutung von Liebe oder Nähe zuerst für sich selbst zu klären.
Was ich will und was ich dafür brauche
Wer seine Bedürfnisse nicht kennt, kann nicht ausdrücken, was er will, und nicht offen darüber sprechen. Statt aus dem Impuls zu entscheiden, hilft es, festzulegen, was er will und was er dafür braucht.
Je besser Menschen sich selbst kennen, desto erfüllter werden ihre Beziehungen, ob in Freundschaft oder in Intimität.